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Auto-Inspektion selber machen? Welche Wartungsschritte Sie übernehmen können

Lifetime Technologies
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Mann führt in seiner Garage einen Ölwechsel durch Mann führt in seiner Garage einen Ölwechsel durch

Vorwort

Das Automobil ist längst von einer rein mechanischen Maschine zu einem Hochleistungsrechner auf Rädern geworden. Dennoch basiert die Zuverlässigkeit jedes Fahrzeugs nach wie vor auf den Grundlagen der Physik und Chemie: Reibung, Verbrennung und Hydraulik. Wer eine Auto Inspektion selber machen möchte, braucht dafür kein Ingenieursstudium, sondern technisches Verständnis, Sorgfalt und Respekt vor der Materie.

Bei Lifetime Technologies verstehen wir Wartung nicht als lästige Pflicht, sondern als aktiven Werterhalt. Mit der richtigen Herangehensweise können Sie den Zustand Ihres Fahrzeugs oft präziser beurteilen als eine Werkstatt unter Zeitdruck. Dieser Leitfaden führt Sie professionell durch die wesentlichen Wartungsschritte, die Sie ohne Hebebühne in der eigenen Garage durchführen können.

1. Warum die Auto-Inspektion selbst durchführen?

Die Motivation, Wartungsarbeiten am Auto in Eigenregie zu übernehmen, geht weit über die Kostenersparnis hinaus. Es ist die Gewissheit, dass hochwertige Teile verwendet wurden und das Öl wirklich heiß abgelassen wurde, um alle Schwebstoffe auszuspülen. Zudem schulen Sie Ihren Blick für schleichende Defekte, bevor diese zu teuren Folgeschäden führen.

Mann liest Anleitung seines Fahrzeugs in der Garage

Ein häufiges Bedenken ist der mögliche Garantieverlust. Hier schafft die KFZ-Gruppenfreistellungsverordnung (GVO) der EU Klarheit zugunsten der Verbraucher: Die gesetzliche Sachmangelhaftung bleibt in der Regel erhalten, sofern die Wartung strikt nach Herstellervorgaben durchgeführt wird. Anders verhält es sich oft bei freiwilligen Zusatzgarantien oder Kulanzleistungen der Hersteller; diese sind häufig vertraglich an den Service in Vertragswerkstätten gebunden. Wer also ein neuwertiges Fahrzeug besitzt, sollte die Garantiebedingungen genau prüfen, bevor der Schraubenschlüssel angesetzt wird.

2. Wartungsarbeiten am Auto

Bevor Werkzeuge zum Einsatz kommen, beginnt jede professionelle Inspektion mit einer akribischen Bestandsaufnahme.

2.1 Sichtprüfung der Karosserie

Rost ist der stille Feind jeder Stahlstruktur. Die Auto Inspektion selber machen bedeutet auch, in die Ecken zu schauen, die die Waschanlage nicht erreicht.

  • Radläufe und Türkanten: Prüfen Sie die Falze an den Türkanten und die Innenseiten der Radläufe. Hier sammelt sich Straßenschmutz, der Feuchtigkeit bindet und den Lack unterwandert.
  • Wagenheberaufnahmen: Dies sind kritische Punkte. Durch unsachgemäßes Anheben in der Vergangenheit ist oft der Unterbodenschutz beschädigt. Wenn Sie hier braune Verfärbungen oder Risse im Unterbodenschutz sehen, besteht dringender Handlungsbedarf, bevor die Strukturstabilität leidet.

2.2 Überprüfung der Beleuchtung

Sehen und gesehen werden ist lebenswichtig.

  • Funktionscheck: Prüfen Sie alle Leuchtmittel, inklusive Kennzeichenbeleuchtung und Nebelschlussleuchte.
  • Scheinwerferglas: Moderne Kunststoffscheinwerfer können durch UV-Strahlung "erblinden" (vergilben). Dies reduziert die Lichtausbeute drastisch und ist TÜV-relevant.
  • Feuchtigkeit: Ein leichtes Beschlagen der Scheinwerfer bei Temperaturwechseln ist physikalisch bedingt oft normal. Stehen jedoch Wassertropfen im Gehäuse, ist die Dichtung defekt. Dies führt langfristig zur Korrosion der Reflektoren.

2.3 Inspektion der Reifen

Die Reifen sind Ihre einzige Verbindung zur Straße. Hier entscheidet sich die Fahrsicherheit.

Profiltiefe: Gesetz vs. Vernunft

Der Gesetzgeber schreibt 1,6 mm vor. Technisch ist das grenzwertig. Sommerreifen verlieren unter 3 mm massiv an Aquaplaning-Schutz, Winterreifen unter 4 mm an Schneegriff.

Profiltiefe wird gemessen

Alterung (DOT-Nummer) Gummi verliert mit der Zeit seine Weichmacher. Ein Reifen kann noch volles Profil haben, aber hart wie Plastik sein. Prüfen Sie die DOT-Nummer an der Flanke. Die letzten vier Ziffern verraten das Alter (z.B. 2221 = Kalenderwoche 22 im Jahr 2021). Reifen, die älter als 6-8 Jahre sind, sollten aus Sicherheitsgründen getauscht werden.

3. Ölwechsel selbst durchführen

Einen Ölwechsel selbst durchführen gehört zu den befriedigendsten Arbeiten. Es ist das "Lebenselixier" des Motors.

3.1 Notwendige Werkzeuge und Materialien

Sicherheit steht an erster Stelle. Arbeiten Sie niemals nur mit einem Wagenheber unter dem Auto!

  • Sicherung: Hydraulischer Wagenheber und zwei zertifizierte Unterstellböcke.
  • Werkzeug: Steckschlüsselsatz, Drehmomentschlüssel, Ölfilterschlüssel (Kralle oder Band), Auffangwanne (mind. 10 Liter).
  • Material: Markenöl (genaue Herstellerfreigabe beachten!), Ölfilter inkl. Dichtungen, neue Ablassschraube oder neuer Dichtring.

Experten-Tipp: Achten Sie beim Dichtring auf das Material der Ölwanne. Verwenden Sie bei einer Aluminiumölwanne zwingend einen Aluring, um Kontaktkorrosion (bei Kupfer) zu vermeiden.

3.2 Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Ölwechsel

  1. Vorbereitung: Fahren Sie den Motor warm (Öltemperatur > 60°C), damit das Öl fließfähig ist und Schwebstoffe mitreißt.
  2. Reinigung (optional): Führen Sie eine Motorspülung mit ENGINE CLEAN durch
  3. Anheben: Bocken Sie das Fahrzeug sicher auf und platzieren Sie die Unterstellböcke an den verstärkten Aufnahmepunkten.
  4. Ablassen: Öffnen Sie den Öleinfülldeckel (oben), damit kein Unterdruck entsteht. Lösen Sie unten die Ablassschraube vorsichtig. Achtung: Das Öl ist heiß und schießt anfangs im Bogen heraus!
  5. Filterwechsel: Während das Öl abtropft (lassen Sie sich Zeit, ca. 10-15 Min.), wechseln Sie den Ölfilter. Bestreichen Sie den neuen Dichtgummi des Filters zwingend mit etwas frischem Öl, damit er beim Festdrehen nicht reißt. Ziehen Sie das Filtergehäuse mit dem vorgeschriebenen Drehmoment (oft 25 Nm) an.
  6. Verschließen: Reinigen Sie die Dichtfläche an der Ölwanne und schrauben Sie die Ablassschraube mit neuem Dichtring ein. Verwenden Sie hier unbedingt einen Drehmomentschlüssel (meist 30–50 Nm, je nach Modell), um das Gewinde in der Ölwanne nicht zu zerstören.
  7. Auffüllen: Füllen Sie die vorgeschriebene Menge Öl ein. Starten Sie den Motor kurz, damit sich der Filter füllt. Warten Sie einige Minuten und kontrollieren Sie den Füllstand erneut.

Mann führt Ölwechsel unter dem Auto durch

Tipp: Verwenden Sie einen zusätzlichen Bodenschutz, um Verschmutzungen, wie im Bild gezeigt zu verhindern. 

3.3 Tipps für die Entsorgung von Altöl

Altöl ist hochgradig gewässergefährdend. Die Entsorgung ist in Deutschland streng geregelt. Wer Öl verkauft, muss die gleiche Menge Altöl kostenlos zurücknehmen.

  • Online-Kauf: Online-Händler müssen Altöl ebenfalls zurücknehmen, doch der Postversand ist kompliziert (Gefahrgutverordnung).
  • Praxis-Lösung: Bringen Sie das Altöl zum lokalen Wertstoffhof. Viele Kommunen nehmen haushaltsübliche Mengen (bis 20 Liter) kostenlos oder gegen eine kleine Gebühr an. Das ist oft stressfreier als der Rückversand.

4. Zusatzarbeiten bei der Inspektion

Neben dem Öl gibt es weitere Flüssigkeiten und Filter, die Sie leicht prüfen können.

4.1 Kühlmittelstand überprüfen

Das Kühlsystem steht unter Druck. Öffnen Sie den Behälter niemals bei heißem Motor – Verbrühungsgefahr! Prüfen Sie nicht nur den Stand, sondern auch die Frostschutz-Konzentration (Spindel). Beim Nachfüllen ist Vorsicht geboten: Nicht alle Farben sind mischbar. Ein falscher Mix kann verklumpen und den Motor ruinieren.

4.2 Bremsflüssigkeit und Scheibenwischerflüssigkeit

Bremsflüssigkeit: Sie ist hygroskopisch, zieht also Wasser aus der Luft. Zu viel Wasser senkt den Siedepunkt. Bei einer Vollbremsung kann die Flüssigkeit kochen, und der Tritt ins Leere folgt. Ein Wechsel bzw. eine Messung des Wassergehalts alle 2 Jahre ist Pflicht.

Scheibenwischer:

Prüfen Sie die Wischblätter. Ziehen sie Schlieren oder rattern sie? Dann tauschen. Füllen Sie Wischwasser auf – im Sommer mit Insektenlöser, im Winter mit Frostschutz.

4.3 Luftfilter wechseln

Der Motor braucht saubere Luft zum Atmen. Ein verstopfter Filter kostet Leistung.

  • Der Wechsel: Meist müssen nur wenige Klammern oder Schrauben am Luftfilterkasten gelöst werden.
  • Wichtig: Saugen Sie den Kasten aus, bevor der neue Filter hineinkommt. Achten Sie penibel darauf, dass keine Schraube oder Schmutz in den offenen Ansaugschlauch fällt – das wäre der Tod für den Turbolader!

Mann wechselt seinen Luftfilter beim Auto

Auch Sie brauchen saubere Luft zum Atmen. Der Innenraumfilter sitzt meist unter dem Handschuhfach und lässt sich relativ einfach tauschen. 

5. Fazit und Sicherheitshinweise

Die Auto Inspektion selber machen ist kein Hexenwerk, erfordert aber Disziplin. Wer sein Auto regelmäßig selbst prüft, baut eine Beziehung zur Technik auf und erkennt Probleme früher. Dokumentieren Sie Ihre Arbeit (Serviceheft, Rechnungen der Teile), das steigert den Wiederverkaufswert.

Die wichtigsten Sicherheitsregeln zum Schluss:

  1. Fahrzeug immer gegen Wegrollen sichern.
  2. Niemals ohne Unterstellböcke unter dem Auto arbeiten.
  3. Informieren Sie sich immer, wie die Wartungen genau bei Ihrem Auto durchgeführt werden müssen, da jedes Modell seine Besonderheiten hat.
  4. Hautkontakt mit Betriebsstoffen vermeiden (Handschuhe tragen).
  5. Altstoffe umweltgerecht entsorgen.

Mit hochwertigen Schmierstoffen, Filtern und gelegentlicher Unterstützung durch intelligente Chemie von Lifetime Technologies sorgen Sie dafür, dass Ihr Fahrzeug auch jenseits der 200.000 Kilometer zuverlässig läuft.

Kleiner Pflege-Tipp: Wer beim Tanken dem Kraftstoff noch etwas Gutes tun möchte, kann präventiv ein Additiv wie Longlife BENZIN oder für Selbstzünder Longlife DIESEL zugeben, um die feinen Einspritzdüsen sauber zu halten.