Benzin Diesel Ratgeber

Jeden Tag im Stop-and-Go: Wie der ständige Stau Ihrem Motor schleichend schadet

Lifetime Technologies
0 Kommentare
Jeden Tag im Stop-and-Go: Wie der ständige Stau Ihrem Motor schleichend schadet Jeden Tag im Stop-and-Go: Wie der ständige Stau Ihrem Motor schleichend schadet

Jeden Tag im Stop-and-Go: Wie der
ständige Stau Ihrem Motor schleichend
schadet

Der moderne Straßenverkehr verlangt Fahrzeugen weit mehr ab, als es standardisierte Laborzyklen der Automobilhersteller vermuten lassen. Insbesondere in Ballungsräumen und Metropolregionen hat sich das Fahrprofil in den letzten Jahrzehnten drastisch verschlechtert. So verbringen Autofahrer in Städten wie München durchschnittlich bis zu 95 Stunden pro Jahr im Stau – eine signifikante Zunahme des durchschnittlichen Staulevels, das durch historisch gewachsene, enge Stadtstrukturen und ein extrem hohes Verkehrsaufkommen weiter verschärft wird.

Dieses ständige, stotternde Wechselspiel aus Anfahren, langem Leerlauf und abruptem Abbremsen im dichten Berufsverkehr stellt für Verbrennungsmotoren das denkbar ungünstigste Betriebsszenario dar. Vor allem im nasskalten Spätwinter und beginnenden Frühjahr, wenn die Verkehrsbelastung auf den Straßen aufgrund von Witterungsbedingungen, Unfällen und Dunkelheit extrem hoch ist, kumulieren sich die mechanischen und chemischen Belastungen.

Der Stop-and-Go-Verkehr führt nicht nur zu einem signifikant höheren Kraftstoffverbrauch und gesteigerten Abgasemissionen, sondern initiiert einen schleichenden Verschleißprozess im Motorinneren. Dieser Report analysiert in technischer Detaillierung die Auswirkungen dieses Fahrprofils auf hydraulische Kettenspanner, die Motorölviskosität und das Abgasrückführungssystem (AGR) und präsentiert chemisch fundierte Lösungsansätze zur permanenten Systempflege im Sinne des Werterhalts durch Technologie.

Inhaltsverzeichnis

1. Mischreibung und thermisches Defizit im Leerlauf

Verbrennungsmotoren sind thermodynamisch auf konstante Drehzahlen im optimalen Temperaturfenster ausgelegt. Im Stop-and-Go-Verkehr wird dieser Zustand selten erreicht, was ein permanentes thermisches Defizit zur Folge hat.

Bei Leerlaufdrehzahlen ist die Förderleistung der mechanischen Ölpumpe minimal. Um an den Nockenwellen einen hydrodynamischen Schmierfilm aufzubauen, ist jedoch Gleitgeschwindigkeit erforderlich. Fehlt diese, fallen die Bauteile in den Bereich der Mischreibung zurück, was zu direktem Verschleiß führt. Start-Stopp-Systeme verschärfen dies, da der Schmierfilm nach jedem Stopp aus der Ruhelage neu aufgebaut werden muss. Zudem erreicht die große Motorölmenge oft nicht die nötigen 80 °C, um schädliches Kondenswasser auszugasen.

2. Der Kettenspanner am Limit: Öldruckabfall und Steuerkettenverschleiß

Eines der sensibelsten Bauteile für den Öldruckabfall im Leerlauf ist der Kettentrieb, der die Synchronisation zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle sicherstellt. Moderne Motoren setzen hierbei auf hydraulische Kettenspanner, die extrem abhängig von einer konstanten Ölversorgung sind.

Ein hydraulischer Spanner besteht aus einem Stahlgusszylinder, in dem sich ein Kolben bewegt. Dieser wird durch Motoröldruck ausgefahren und drückt über einen Spannschuh gegen die Steuerkette. Um zu verhindern, dass die oszillierenden Kräfte der Nockenwelle den Kolben zurückdrücken, ist in die Ölzuführung ein Rückschlagventil integriert. Das Öl kann so nur extrem langsam durch den Ringspalt entweichen, was eine Dämpfungswirkung erzeugt.

Fällt der Öldruck im Leerlauf stark ab oder ist das Motoröl in seiner Viskosität beeinträchtigt, kann der Spanner die Kette nicht mehr auf Spannung halten. Die Steuerkette beginnt zu schwingen. Zwar besitzen viele Spanner eine mechanische Rückdrehsperre, die ein komplettes Einfahren verhindert, jedoch führt die mangelnde hydraulische Dämpfung zu hochfrequenten Mikroschlägen. Diese Schwingungen verursachen massiven Abrieb an der Kette, den Kettenrädern und Kunststoff-Gleitschienen. Das gefürchtete Kettenrasseln beim Kaltstart ist ein eindeutiges Symptom dafür, dass das Rückschlagventil nicht abgedichtet hat, das Öl abgelaufen ist und der Spanner erst mühsam wieder Druck aufbauen muss.

Niedriger Öldruck im Leerlauf destabilisiert die Steuerkette

Technische Zeichnung eines Kettenspanners

Im Stop-and-Go-Verkehr sinkt der Systemöldruck erheblich ab. Ohne ausreichenden hydraulischen Druck verliert der Kettenspanner seine Dämpfungseigenschaft. Die oszillierenden Kräfte der Nockenwelle führen zu Mikroschlägen, die Kunststoffgleitschienen zerstören und die Kette irreversibel längen.

3. Kraftstoffverdünnung: Der unsichtbare Viskositätsverlust in der Ölwanne

Die Mechanik leidet massiv unter der Schmierstoffqualität. Im Kurzstreckenbetrieb tritt die Ölverdünnung in den Vordergrund. Beim Kaltstart kondensiert Kraftstoff an den Zylinderwänden, wäscht den Ölfilm ab und gelangt in die Ölwanne.

Hier offenbart sich die Problematik der unterschiedlichen Verdampfungstemperaturen, die im Stau zum Verhängnis werden:

Treibstoffart Flammpunkt Zündtemperatur Verdampfung/Siedebeginn (ca.)
Benzin ca. -20 °C ca. 200 °C Leichtflüchtig, dampft schnell aus
Diesel ca. 55 °C 220 °C ca. 55 °C
Biodiesel (RME) 180 °C ca. 250 °C Dampft im Normalbetrieb kaum aus
Rapsöl 317 °C ca. 300 °C Extrem hochsiedend

Ein Dieselmotor erreicht im winterlichen Pendelverkehr oft nicht die notwendige Öltemperatur, um konventionellen Diesel effizient auszugasen. Der beigemischte Biodiesel verdampft im Stop-and-Go praktisch gar nicht.

Moderne DPF-Systeme nutzen zur Filter-Regeneration eine Nacheinspritzung. Bricht der Fahrer diese im Stadtverkehr ab, gelangt massiv Kraftstoff ins Öl. Steigt der Eintrag über 5 %, kollabiert die kinematische Viskosität des Schmierstoffs. Das Additivpaket wird chemisch neutralisiert, und hydraulische Spanner verlieren ihren Haltedruck.

4. Das AGR-System als Rußfalle: Chemische Reduktion mit mechanischen Folgen

Die Luftführung erstickt im Stau an einem chemischen Kompromiss: der Abgasrückführung (AGR). Zur Erfüllung der Euro-6-Norm hinsichtlich der Stickoxid-Emissionen (NOx) leitet das AGR-Ventil Abgase zurück in den Ansaugtrakt. Die gesenkte Sauerstoffkonzentration drosselt die Verbrennungstemperatur und reduziert Stickoxide effektiv.

Im Leerlauf öffnet das AGR-Ventil maximal. Die Abgastemperatur fällt dabei auf kühle 250 °C ab. In diesem Teillast-Zustand enthält das Abgas viel Ruß und feuchte Ölnebel aus der Kurbelgehäuseentlüftung. Trifft dieses Gemisch auf das abkühlende Ventil, verbackt es sofort zu harter Ölkohle. Das Ventil verklemmt offen, was drastischen Leistungsverlust, Ruckeln und Schwarzrauchentwicklung verursacht, da die Sauerstoffzufuhr unterbrochen wird.

Massive Rußablagerungen blockieren die Mechanik des AGR-Ventils

Im ständigen Teillastbetrieb kühlen die Abgase stark ab. Die Kombination aus Rußpartikeln und Ölnebel aus der Kurbelgehäuseentlüftung bildet eine teerartige Schicht, die den Querschnitt des Ventils verkleinert und den Schließmechanismus irreversibel verklemmt. Die Folge: Akuter Leistungsverlust.

5. Injektoren und Verkokung: Der Kollaps der Gemischaufbereitung

Ein weiterer Schwachpunkt im ständigen Stau sind die Einspritzdüsen (Injektoren), die den Kraftstoff mit Drücken von bis zu 3.000 bar direkt in den Brennraum fördern. Im Stop-and-Go-Verkehr entstehen durch die zu kalte und unsaubere Verbrennung harte Kohlenstoffablagerungen direkt an der Injektorspitze.

Wenn diese mikroskopisch feinen Bohrungen blockiert werden, bricht das exakt kalkulierte Spritzbild zusammen. Der Kraftstoff wird nicht mehr zerstäubt, sondern tropft grob in den Zylinder. Diese Tröpfchen verbrennen unvollständig, was die Rußproduktion für das AGR-System drastisch anhebt. Das Motorsteuergerät versucht, die fehlende Leistung durch längere Einspritzzeiten zu kompensieren, was den Verbrauch nach oben treibt und die Ölverdünnung dramatisch beschleunigt.

6. Physikochemische Prävention: Die Wirkweise von PEA und Detergentien

Die Beseitigung dieser Ölkohle erfordert spezielle Molekülstrukturen. Einfache Lösungsmittel verbrennen zu früh und sind wirkungslos. Für Ottomotoren ist Polyetheramin (PEA) der technologische Standard, da es den Verbrennungstakt unbeschadet übersteht und thermisch stabil mit Ablagerungen interagiert. Bei Dieselmotoren verhindern hochmolekulare Polyisobuten-Succinimide die Ruß-Agglomeration.

Polyetheramine und Succinimide wirken als hochkomplexe Tenside: Ihre elektrisch geladene (polare) Kopfgruppe dockt direkt an Rußpartikel an, während der unpolare Schwanz in den Kraftstoff ragt. Sie umschließen den Schmutz vollständig und bilden kugelförmige Mizellen. Dadurch lösen sie harte Verkokungen schonend vom Injektor-Metall, halten den Schmutz im Kraftstoff in der Schwebe und verbrennen ihn schließlich rückstandsfrei. Dies ist keine Magie, sondern reine angewandte physikalische Chemie.

7. Permanente Systempflege: Die Keep-Clean-Strategie für Pendler

Der Werterhalt durch Technologie erfordert unter diesen extremen Alltagsbedingungen eine kontinuierliche, präventive Systempflege. Eine einmalige mechanische Reparatur beseitigt lediglich das Symptom. Um das Kraftstoffsystem permanent mit einer essenziellen chemischen Schutzschicht zu überziehen (Keep-Clean-Effekt), empfiehlt sich die kontinuierliche Additivierung des Kraftstoffs.

Für Dieselfahrzeuge bietet Lifetime Technologies eine hochkonzentrierte Lösung an. Durch die regelmäßige Anwendung von Longlife DIESEL Pro-Line wird Standard-Diesel in einen Hochleistungs-Premiumkraftstoff transformiert. 

Bei Ottomotoren, insbesondere Direkteinspritzern, treten analoge Verkokungen auf. Um gegen diese hartnäckigen Verlackungen anzukommen und vorzubeugen, ist Longlife BENZIN Pro-Line konzipiert.

Beide Systeme sind auf extreme Wirtschaftlichkeit ausgelegt. Mit einem präzisen Dosierverhältnis von 1:1000 bietet das 1.500 ml umfassende Nachfüllset eine Behandlungskapazität für 1.500 Liter Kraftstoff. Dies entspricht bei einem durchschnittlichen Verbrauch einer Reichweite von etwa 25.000 Kilometern. Die Anwendung ist denkbar simpel und fügt sich nahtlos in den Alltag ein: Nach dem Tankvorgang wird exakt die getankte Menge (z.B. 50 Liter) als Milliliter-Menge (50 ml) in den Tank gegeben. So wird eine kosteneffiziente, permanente mikromolekulare Schutzschicht etabliert, bevor teure mechanische Ausfälle entstehen.

8. Fazit zur präventiven Wartung

Der stotternde Berufsverkehr fordert von modernen Triebwerken einen extremen Tribut. Ein absinkender Motoröldruck im Leerlauf destabilisiert die hydraulischen Kettenspanner, während die nasskalte Witterung für eine schleichende Kraftstoffverdünnung in der Ölwanne sorgt. Parallel dazu führt der ständige Teillastbetrieb zu einer massiven Rußbelastung des AGR-Systems und der Injektoren.

Die Antwort auf diese Belastungen kann nicht in teuren, reaktiven Reparaturen liegen. Durch die kontinuierliche Additivierung des Kraftstoffs mit intelligenten, tensidbasierten Molekülen lässt sich die Funktionsfähigkeit der Motoren-Chemie stabilisieren. Diese präventive Systempflege stellt sicher, dass der Motor auch unter den widrigsten Pendlerbedingungen dauerhaft seine volle mechanische und thermodynamische Effizienz behält. So werden schleichende Leistungsverluste gestoppt und kapitalen Schäden an teuren Bauteilen proaktiv vorgebeugt.